Wie gießt man Pflanzen

Gieß- und Bewässerungstipps für Pflanzen und Rasen

Mit dem umweltfreundlichen Konzept „Golf&Natur“ gelang dem Deutschen Golfverband 2005 ein richtungsweisender und ökologisch-nachhaltiger Schritt in die Zukunft. Dieses Programm ist zusammen mit dem Bundesamt für Naturschutz entwickelt worden und setzt sich für naturnahe Golfanlagen ein, die den Spielern maximale Spielfreude bieten, ohne Flora und Fauna zu (zer-)stören.

Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Konzept die Bewässerung der Golfplätze und deren kontinuierliche Optimierung.

Auch im kleineren Rahmen, nämlich im eigenen Garten, können Sie das Bewässern und Gießen von Pflanzen und Rasen, unter Beachtung gewisser Hinweise, effizient verbessern.

Pflanzen wollen morgens ihren Schluck Wasser

Bei der Bewässerung der heimischen Pflanzen ist v.a. der Zeitpunkt entscheidend. Dies ist aus mehreren Gründen ratsam:

Die Kühle der frühen Morgenstunden verhindert ein schnelles Verdunsten des Wassers, sodass es den Boden durchdringen und bis zu den Wurzeln gelangen kann.

In der Abenddämmerung wäre dies zwar ebenfalls gewährleistet, jedoch blieben nach dem Gießen Boden und Blätter über Nacht feucht, was verstärkt Schnecken anlockt und idealer Nährboden für Pilzkrankheiten ist.

Wenn die Temperaturen in der Mittagszeit ihren Zenit erreichen und Sie zu einer kühlen Erfrischung verleiten, sollten Sie ebenfalls davon absehen, Ihren Pflanzen das gleiche zu gönnen. Neben der unnötigen Wasserverschwendung durch Verdunstung (die bis zu 90% betragen kann), werden Tropfen auf den Blättern zur echten Gefahr für Ihre Pflanzen. Sie wirken unter massiver Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas und rufen Verletzungen bei der Pflanze hervor. Auch morgens sollten Sie daher auf den Einsatz von Sprenglern und Gartenschläuchen verzichten und lieber zur klassischen Gießkanne greifen.

Die Bestimmung der benötigten Wassermenge orientiert sich selbstverständlich an den einzelnen Pflanzengattungen und -arten. Doch auch hier gibt es die eine oder andere Hilfestellung, die so manchen Fauxpas bei der Pflanzenbewässerung zu verhindern weiß.

Grundsätzlich gilt, dass Pflanzen an sonnigen Plätzen mehr Wasser benötigen als solche an schattigen Orten. Aber aufgepasst! Mediterrane Arten sind an Sonneneinstrahlung und Hitze gewöhnt und kommen daher auch mit weniger Wasser aus. Bei ihnen empfiehlt es sich, auf das vollkommene Austrocknen der Erde zu warten und dann den Wasserspeicher mit reichlich Flüssigkeit wieder aufzufüllen.

Keimlinge und Pflanzen, die neu eingepflanzt wurden, sollten Sie hingegen täglich gießen, da dies zur Wurzelbildung beiträgt. Eine weitere Faustregel betrifft die Größe der Blätter: Je größer diese ausfallen, desto mehr Wasser wird benötigt.

Pflanzen giessen Topfpflanzen brauchen zudem eine extra Behandlung in Form von häufigerem Gießen, da sie mit weniger (wasserspeichernder) Erde auskommen müssen. Sich aufheizende Terrakotta- oder Tonkübel tragen zusätzlich zur Verdunstung bei. Durch dieses vermehrte Gießen werden jedoch auch vermehrt Nährstoffe aus der Erde gespült, weswegen ein Düngen von Topfpflanzen ratsam ist.

Und der grüne Rasen lieber abends

Werden Pflanzen idealerweise am frühen Morgen gegossen, empfiehlt sich für die Bewässerung des Rasens der Abend, da das Wasser zu dieser Tageszeit nicht mehr verdunstet. Auch der Brennglaseffekt, der auf Rasenflächen noch stärker ausfallen würde, bleibt aus.

Für den Grünrasen ist die Bewässerungsdauer allerdings schwerwiegender als der Bewässerungszeitpunkt. Hier gilt: Qualität ist besser als Quantität. Bei der Beregnung muss das Wasser mindestens 15 cm tief in den Boden eindringen. Bei häufigem aber zu kurzem Bewässern werden diese Tiefen nicht erreicht.

Als Folge lagern sich die Wurzeln der Gräser vermehrt an der Oberfläche an, was ein zusätzliches Austrocknen der Grünfläche begünstigt. Die Bewässerung sollte daher eine halbe bis zwei Stunden dauern, da Sandböden rund 10 bis 15 und lehmige Böden rund 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter benötigen.

Regenmesser helfen Ihnen dabei, diese Mengen einzuhalten. Auch ein aufgestelltes Marmeladenglas dient als Orientierung. Ist dieses zu einer Höhe von etwa 1,5 cm gefüllt, hat der Rasen ausreichend Flüssigkeit erhalten. Sandböden sollten in Trockenzeiten alle drei bis vier Tage gegossen werden; lehmige Böden speichern das Wasser besser und begnügen sich daher mit einer einmaligen Bewässerung pro Woche.

Kleiner Tipp: Hohe Luftfeuchtigkeit verbessert die Aufnahmefähigkeit der Pflanzen. Ein Nachbewässern nach Gewittern ist daher, entgegen jeglicher Logik, alles andere als wirkungslos.

Zur nachhaltigen Bewässerung von Golfplätzen wird immer häufiger Klärwasser ins Gespräch gebracht, da der dichte Rasen der Plätze letzte Verunreinigungen (die das Wasser als Trinkwasser ungeeignet machen) herausfiltert, sodass das Wasser dem Grundwasser zugutekommen würde.

Es geht aber auch noch umweltfreundlicher. So besitzt ein Schweizer Luxus-Resort in der Nähe des Mont Blanc Massivs seit 2009 den ersten Golfplatz Europas, der komplett mit Kunstrasen verlegt wurde.